Kindererziehung kann unterschiedlich gestaltet werden. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Ansätze zur Erziehung Ihrer Kinder.

Kindererziehung wird von einem bewusst oder unbewusst gewählten Erziehungsstil geprägt. Diese Stile bezeichnen Grundsätze und Methoden, gemäß derer die Erziehung gestaltet wird. Unterschieden wird hierbei zwischen dem autoritären, autoritativen, permissiven und vernachlässigendem Erziehungsstil. Diese vier Hauptstile können noch weiter unterteilt werden.

Der autoritäre Erziehungsstil ist durch ein hohes Maß an Kontrolle und geringe Responsivität (Akzeptanz) gekennzeichnet. Das Kind wird stark kontrolliert, muss strenge Regeln befolgen und darf die Autorität nicht anzweifeln. Andernfalls drohen harte Bestrafungen. Die Erziehenden sind dem Kind gegenüber zudem sehr zurückweisend. So ist es nicht verwunderlich, dass autoritär erzogene Kinder später zu Aggressionen neigen können und oft über wenig Sozialkompetenz und ein geringes Selbstwertgefühl verfügen.

Die autoritative Kindererziehung gilt als sehr kinderzentriert, da sowohl Kontrolle als auch Responsivität hoch sind. Die Erzieher setzen hierbei klare Regeln und haben ggf. hohe Erwartungen, beziehen das Kind aber in Entscheidungsfindungen mit ein. Somit wird Transparenz geschaffen, die es dem Kind ermöglicht, zu verstehen, warum es bestimmte Dinge tun oder lassen soll. Als Ergebnis dieser Erziehungsmethode zeigen die Kinder tendenziell hohe intellektuelle und soziale Kompetenzen.

Bei der permissiven Erziehung ist die Akzeptanz sehr hoch und der Kontrollgrad niedrig. Die Erzieher zeigen den Kindern gegenüber viel Toleranz, bestrafen die Erziehenden nur in Ausnahmefällen und setzen selten Grenzen fest oder stellen Regeln auf. Kinder die permissiv erzogen werden zeigen oftmals aggressive Verhaltensweisen, können ihre Impulse schlecht kontrollieren und verfügen über ein eher schlecht entwickeltes Selbstverantwortungsbewusstsein.

Vernachlässigende Kindererziehung zeichnet sich durch eine zurückweisende Haltung und keine Kontrolle seitens der Eltern aus. Die Erziehenden sind distanziert und verspüren keine Verpflichtung, sich um ihre Kinder zu kümmern. Es wird nur ein Minimum an Zeit und Mühe auf die Erziehung verwendet. Da dieser Erziehungsstil zu einem gestörten Bildungsverhalten, geringer Aggressionskontrolle sowie mangelhaftem Selbstwertgefühl und unzureichender intellektueller Entwicklung führen kann, ist er als der für das Kind unangenehmste zu bezeichnen.

Verschiedene Forschungen kommen zu dem Ergebnis, dass eine autoritative Kinderziehung die Ausprägung von Eigenschaften fördert, die heutzutage als positiv und wünschenswert angesehen werden. Zu diesen Qualitäten zählen Eigenständigkeit, Selbstkontrolle, Leistungsbereitschaft und Selbstvertrauen.